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Naturtipp 4

Wiesel – fleissige Mäusejäger

Wiesel – damit sind das Hermelin und das Mauswiesel gemeint – sind die kleinsten einheimischen Raubtiere. Das Mauswiesel ist sogar das kleinste Raubtier der Welt. Hermelin und Mauswiesel haben braune Rücken und Körperseiten, während die Bauchseite weiss ist. Das Hermelin hat zu jeder Jahreszeit eine schwarze Schwanzspitze und im Winter wird sein braunes Fell weiss. Beim Mauswiesel bleibt das Fell auch im Winter braun und der Schwanz ist kürzer und ohne schwarze Spitze.

Beiden Wieseln gemeinsam ist, dass sie ein sehr verborgenes Leben führen. Auf der Jagd nach Mäusen bewegen sie sich vorwiegend unterirdisch in deren Gängen umher, im Winter auch oft unter der Schneedecke. Wenn sie sich an der Erdoberfläche aufhalten, nutzen sie jegliche Deckungsmöglichkeit. Obschon sie nachts wie tagsüber aktiv sind, bekommt man sie deshalb auch in Regionen mit gesunden Wiesel-Beständen selten zu Gesicht.

Das Hermelin trägt im Winter ein weisses Fell. Im Sommer ist das Rückenfell rotbraun gefärbt, der Bauch gelblich-weiss. Der Fellwechsel wird durch die Tageslänge und durch die genetischen Eigenschaften des einzelnen Tieres ausgelöst.

Wichtige Helfer für die Landwirtschaft
Wiesel haben sich für ihre Ernährung auf die Jagd nach verschiedenen Wühlmausarten wie Schermaus, Feldmaus, Erdmaus und Rötelmaus spezialisiert. Eine Hermelinmutter hat jährlich etwa sechs Junge. Jedes Familienmitglied verzehrt 1-2 Mäuse täglich, was einem Bedarf von 50-100 Mäusen pro Woche und Wieselfamilie entspricht. Wiesel sind äusserst erfolgreiche Jäger, das Mäuseproblem entschärft sich in deren Jagdgebieten meistens längerfristig. Deshalb ist es für Landwirte zweifellos von grossem Nutzen, wenn die beiden tüchtigen Mäusejäger, Hermelin und Mauswiesel, in genügender Anzahl vorkommen.



Unterschlüpfe und Verstecke
Da Wiesel heutzutage immer weniger feindsichere Unterschlüpfe und Aufzuchtstätten in der Landschaft vorfinden, ist es für diese zierlichen Mäusejäger schwierig zu überleben. Sie brauchen Orte, wohin sie sich zurückziehen und geschützt vor Regen, Kälte und Feinden wie Greifvögeln, Graureihern und Füchsen ihre Jungen aufziehen können. Als Unterschlüpfe und Verstecke eignen sich Ast- und Steinhaufen, Natursteinmauern, vielfältige Hecken sowie Feld- und Ufergehölze. Damit sich die Wiesel zwischen ihren Verstecken und Jagdgebieten geschützt hin und her bewegen können, sind auch Säume (extensiv genutzte krautige Streifen), Brachen oder Altgrasstreifen auf Wiesen notwendig.



Tipp: Das Anlegen von Ast- und Steinhäufen, Hecken, Säumen auf Ackerflächen oder Altgrasstreifen auf Wiesen sind für Wiesel von grossem Nutzen. Von diesen Massnahmen profitieren jedoch nicht nur die Wiesel, sondern auch zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten.

In Wängi sind schon Wiesel beobachtet worden. Hermeline sind vor allem in dieser Jahreszeit eher zu entdecken. Vielleicht begegnen auch Sie auf einem Spaziergang mit etwas Glück diesen flinken Mäusejägern?