Direkt zum Inhalt springen

Naturtipp 2

Winterschlaf, Winterruhe oder Winterstarre?

Zugvögel haben es gut – wenn es kalt wird, fliegen sie dorthin, wo es wärmer ist. Viele Tiere können dies jedoch nicht. Sie haben daher Strategien entwickelt, wie sie gut über den Winter kommen. Manche Tiere bekommen ein dickes Fell als Kälteschutz, legen im Herbst viel an Gewicht zu oder kümmern sich um einen Nahrungsvorrat. Andere verkriechen sich in Höhlen, Baumstämmen oder Gebäuden. Sie bewegen sich nur noch wenig oder gar nicht mehr. So sparen sie Kräfte und brauchen viel weniger zu fressen.

Winterschlaf
Viele kleine Säugetiere schlafen fast den ganzen Winter hindurch. Echte Winterschläfer sind Igel, Fledermäuse, Siebenschläfer und Murmeltiere. Sie können ihre eigene Körpertemperatur stark senken. Ihr Herzschlag wird ganz langsam. Igel atmen zum Beispiel statt fünfzig Mal pro Minute nur noch ein bis zweimal, das Herz schlägt statt 200 gerade noch fünf Mal pro Minute.

Ziemlich verschlafen sind Siebenschläfer. Von September bis Mai oder sogar Juni schlafen sie in Erdlöchern oder Scheunen eingerollt auf ihrem Laublager. Winterschlaf bedeutet jedoch nicht Tiefschlaf. Zwischendurch wachen die Tiere auch auf. Dann ändern sie ihre Schlafposition und geben Kot und Urin ab, fressen jedoch nichts. Ihre Schlafphasen dauern 20 bis 29 Tage. Werden die Winterschläfer öfters gestört, kann das tödlich für sie sein. Es kostet sie Energie und sie brauchen Futter, finden jedoch keines.

Winterruhe
Einige Tiere ruhen sich nur aus. Zu diesen gehören Dachs und Eichhörnchen. Sie senken ihre eigene Körpertemperatur nicht so stark wie Winterschläfer. Sie wachen häufiger auf und suchen gelegentlich auch nach Nahrung. Eichhörnen fressen dann von ihren Vorräten (Nüsse, Eicheln), welche sie angelegt haben, und der Dachs sucht nach Früchten, Samen, Nüssen, Eicheln und Wurzeln.

In Winterstarre fallen Fische, Frösche, Eidechsen, Schildkröten und Insekten. Wenn es sehr kalt wird, erstarren ihre Körper und sie wachen erst wieder auf, wenn es draussen wärmer wird. Sie einfach aufzuwecken, ist bei diesen Tieren nicht möglich. Frösche vergraben sich im Winter entweder im Schlamm oder suchen kleine Mäusegänge, um in Winterstarre zu fallen. Dort gefriert es nur selten. Insekten verstecken sich im Holz und in kleinen Ritzen. Sie haben etwas ganz Besonderes in ihrem Körper: eine Art Frostschutzmittel. Selbst wenn draussen Minustemperaturen herrschen, friert ihre Körperflüssigkeit nicht ein, sondern bleibt flüssig.

Wird es Frühling und wieder wärmer, dann ist dies das Wecksignal für die schlafenden Tiere. Und auch die Zugvögel kommen wieder zurück.

Winteraktive Tiere
Es gibt auch Tiere, die den Winter aktiv verbringen. Bei den Vögeln werden sie Standvögel genannt, dazu gehören Spatzen, Meisen, Amseln und viele andere. Im Wald tummeln sich auch im Winter Rehe, Hirsche, Wildschweine, Fuchs und Hase.

Tipp: Es ist erstaunlich, wie vielseitig die Natur Lösungen und Strategien für schwierige Situationen bereithält. Wichtig ist jedoch auch, dass die Tiere viele natürliche Umgebungen vorfinden und wir Nischen und Versteckmöglichkeiten (z. B. mit Ast- und Laubhaufen) schaffen oder ganz einfach eine Gartenecke der Natur überlassen.