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Naturtipp 5

Der einheimische Eisvogel

Der Eisvogel gehört zweifellos zu den attraktivsten und auffälligsten Vogelarten Mitteleuropas. Da ist einmal seine auffällige Gestalt mit dem grossen Kopf, dem langen Schnabel und dem kurzen Schwanz. Vor allem aber beeindruckt der Eisvogel durch seine schillernde Färbung: Die leuchtend rot-orange Unterseite, der blaugrün gefärbte Oberkopf, die Flügel und der Schwanz sowie – vor allem im Flug auffallend – der leuchtend türkisfarbene Rückenstreif. Die kräftigen Farben und das Schimmern kommen nicht etwa durch Farbpigmente in den Federn zustande, sondern werden durch die Lichtbrechung hervorgerufen. Daher verändert sich die Farbe des Gefieders, je nachdem wie die Sonne darauf fällt.

Mircea BEZERGHEANU/Shutterstock

Lebensraum
Das ganze Jahr über besiedelt der Eisvogel mässig schnell fliessende oder stehende Gewässer wie Bäche, Flüsse, Altwasserarme, Stauseen, Kiesgrubenweiher und Seen. Die wichtigsten Anforderungen an seinen Lebensraum sind ein reicher Kleinfischbestand, klares Wasser und genügend Sitzwarten wie Schilf oder Steine. Im Sommer ist er zudem auf ungestörte, offene Steilwände als Brutwände angewiesen. Das Kanalisieren von Bächen und Flüssen und die Gewässerverschmutzung brachten den Eisvogel auf die Rote Liste. Die Zerstörung seiner Lebensräume ist die wichtigste Gefährdungsursache. Der Schutz des Eisvogels und seiner Lebensräume ist dringlich. Bestehende Lebensräume und Brutwände müssen unbedingt erhalten werden.

Wie jagt der Eisvogel?
Oft sitzt der Eisvogel auf Ästen oder Stängeln im Schatten am Ufer eines Gewässers und hält Ausschau nach Beute. Der Eisvogel hat sehr gute Augen. Mit ihnen kann er auch Tiere sehen, die sich unter der Wasseroberfläche bewegen. Der Eisvogel ernährt sich fast ausschliesslich von Fischen, aber auch Insekten, Frösche und Schnecken stehen auf seinem Speiseplan. Die Fische erbeutet er, indem er sich von einer Warte aus kopfüber ins Wasser stürzt und sie dann mit dem Kopf voran heruntergeschluckt. Pro Tag benötigt der Eisvogel 14-25 kleine Fische von 4 bis 8 Zentimetern Länge.

HTU/Shutterstock

Der Eisvogel beim Nisten
Er brütet in knapp ein Meter langen horizontalen Brutröhren, die er in Steilklippen gräbt. Zum Brüten graben Eisvögel auch eine Höhle in den Boden oder suchen sich alte Baumhöhlen oder Termitenhügel. Die Nistkammer ist 20-30 cm breit und hoch. Das Weibchen brütet oft schon auf dem zweiten Gelege, während das Männchen noch die Küken aus dem vorherigen Gelege füttert.

Eisvogelschutz
Wichtig für den Eisvogelschutz ist, dass Lebensräume mit einer eigenen Dynamik erhalten bleiben oder neu geschaffen werden. Hochwasser sollen wieder Prallhänge anreissen, Kiesbänke aufschütten und Altwasserläufe bilden können. Dazu brauchen Gewässer viel Raum. Im Rahmen des Hochwasserschutzes kann viel für den Eisvogel und den Erhalt seiner Lebensgrundlagen getan werden.

Tipp: Ein Spaziergang entlang der Bäche unserer Region bietet eine wunderbare Möglichkeit zur Ruhe und Erholung in der Natur. Mit etwas Glück kann dabei vielleicht auch der Eisvogel beobachtet werden.