Naturtipp 6
Bekämpfung des Einjährigen Berufkrauts
Das Einjährige Berufkraut (Erigeron annuus) breitet sich zunehmend in unserer Region aus. Diese ursprünglich aus Nordamerika stammende Pflanze wurde bereits im 17. Jahrhundert als Zierpflanze nach Europa eingeführt. Heute gilt sie als invasiver Neophyt und stellt eine ernsthafte Bedrohung für unsere Biodiversität dar.
Warum das Berufkraut problematisch ist:
- Rasches Wachstum: Es kann bis zu 150 cm hoch werden, bildet ab dem zweiten Jahr Blütenstände und produziert zwischen 10’000 und 50’000 Samen pro Pflanze.
- Vermehrung ohne Bestäubung: Durch sogenannte Apomixis genügt eine einzige Pflanze, um neue Bestände zu bilden.
- Hohe Verbreitungsgefahr: Samen werden durch Wind, Erde, Fahrzeuge, Schuhe oder Gartenabfälle verbreitet.
- Verdrängung einheimischer Arten: Besonders auf Magerwiesen, Weiden und geschützten Standorten verdrängt das Berufkraut einheimische Pflanzen. Zusätzlich hemmen seine Blütenstoffe die Keimung anderer Arten (Allelopathie).
Erkennungsmerkmale
Das Einjährige Berufkraut ähnelt auf den ersten Blick der Margerite oder der Kamille. Typische Kennzeichen sind:
- hellgrüne, behaarte Blätter (unten lanzettlich, oben schmal)
- behaarter, oben verzweigter Stängel
- Blütenkörbchen 1–2 cm gross, mit weissen bis rosa Zungenblüten und gelben Röhrenblüten
- Blütezeit von Mai bis Oktober
Bekämpfung und Entsorgung
Die Gemeinde Wängi bittet alle Einwohnerinnen und Einwohner um Mithilfe:
- Pflanzen vor der Blüte (Mai–Juni) mitsamt den Wurzeln ausreissen.
- Kontrolle im Spätsommer wiederholen, da Samen auch nachreifen können.
- Wichtig: Pflanzenreste gehören ausschliesslich in den Neophytensack und nicht auf den Kompost.
Nur so wird verhindert, dass sich die Pflanze weiter ausbreitet.
Kostenloser Neophytensack
Um die fachgerechte Entsorgung zu erleichtern, stellt die Gemeinde kostenlose Neophytensäcke (60 Liter, transparent) zur Verfügung. Diese können bei der Gemeinde Wängi bezogen und an den vorgesehenen Sammelpunkten abgegeben werden. Die Inhalte werden anschliessend in der Kehrichtverbrennungsanlage vernichtet.
Gemeinsamer Einsatz für unsere Natur
Das Einjährige Berufkraut ist eine ernsthafte Bedrohung für die Artenvielfalt. Nur durch konsequentes Ausreissen, korrektes Entsorgen und regelmässige Kontrollen können wir seine Ausbreitung eindämmen. Die Gemeinde Wängi dankt allen Bürgerinnen und Bürgern herzlich für die Mithilfe zum Schutz unserer Natur und Kulturlandschaft.