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Naturtipp 4

Krebstiere – nützlich und bedroht

Krebstiere gehören zu den wirbellosen Tierarten. Auf der Erde gibt es etwa 52’000 verschiedene Krebstierarten. Sie sind im Meer und im Süsswasser verbreitet, einige leben auf dem Land. Sie unterscheiden sich im Aussehen, in der Grösse und auch im Verhalten. Aufgrund gemeinsamer Merkmale werden sie einzelnen Gruppen zugeordnet, z.B. den Asseln, Flohkrebsen, Hüpferlingen, Zehnfusskrebsen (Garnelen, Krabben, Flusskrebse).

Krebse sind für die Ernährung vieler Tiere und Menschen bedeutend — so dienen sie beispielsweise zahlreichen Fischen, Meeressäugetieren wie Walen und Delfinen sowie Kraken als Nahrungsquelle. Sie sind aber nicht nur als Nahrungsquelle wichtig, sondern übernehmen auch weitere, wichtige Funktionen im Ökosystem. Sie reinigen das Wasser der Meere und sind von grossem Nutzen für die Aufbereitung von Trinkwasser. Krebse filtern Schwebstoffe, Bakterien und Einzeller sowie in diesen gebundene Giftstoffe aus dem Wasser unserer Reservoirs.
 

Edelkrebs

In der Schweiz heimisch sind der Edelkrebs, der Dohlenkrebs und der Steinkrebs. Diese sind nachtaktiv und leben versteckt in Fliess- und Stehgewässern verschiedener Grössen und Höhenlagen. Die Bestände gehen seit 50 Jahren stark zurück. Gründe dafür sind die Verbauung und Verschmutzung der Gewässer, die Konkurrenz durch vier eingeschleppte Flusskrebsarten und die Krebspest. Flusskrebse brauchen saubere, strukturreiche Fliess- und Stehgewässer, in denen sie genügend Versteckmöglichkeiten finden, ihre Höhlen graben können und Nahrung finden. Sie können durch Gewässerrenaturierungen, mit dem Angebot von sauberem Wasser sowie durch konsequentes Verhindern der weiteren Verbreitung der Krebspest gefördert werden.

Krebstiere haben typische gemeinsame Merkmale, wie z.B. zwei Antennenpaare am Kopf, Kiemenatmung, Eierlegung und Larvenstadium. Neben winzigen Kleinkrebsen, die im Wasser schweben (z.B. Wasserfloh) gibt es fest gepanzerte, wehrhafte Arten, wie den Hummer, bei dem das Männchen bis zu 60 cm lang werden kann.

Beeindruckend ist die Brutpflege. Nach der Paarung im Herbst heftet das Weibchen die ausserhalb des Körpers befruchteten Eier an die Unterseite des Hinterleibes. Dort entwickeln sich die kleinen Krebse, die nach dem Schlüpfen im Mai des kommenden Jahres noch einige Zeit am Bauch des Muttertieres verbleiben. Sie halten sich dort mit ihren kleinen Scheren so lange fest, bis ihr Dottervorrat aufgebraucht ist. Erst dann gehen sie zum selbstständigen Leben über.
 

Kellerassel

Tipp: Mit Geduld und Glück entdecken wir in unseren Gewässern dieses interessante Tier. Einfacher ist es, Asseln zu beobachten. Diese Kleinkrebse finden sich zahlreich in unseren Gärten, unter Töpfen, im Kompost, unter Ast- oder Holzhaufen. Sie sind Nützlinge, die abgestorbenes Material zerkleinern und verdauen und damit wertvollen Humus herstellen.